Martin Menkhaus
Creative Director
18. August 2025
8 min
Warum du diese fünf Marketing Trends unbedingt kennen solltest
Das Wichtigste in Kürze
Was sich verändert, sind die Spielregeln: Plattformen verlangen höhere Budgets, Nutzer erwarten mehr Relevanz, und Strategien müssen flexibler werden. Klassische Reichweite wird teurer, Markenbindung rückt wieder stärker in den Fokus. Selbst im B2B wird Kommunikation persönlicher, dialogischer, menschlicher.
Kurz: Wer sich weiterhin blind auf Algorithmen und Standardformate verlässt, verliert Sichtbarkeit. Wer hingegen eigene Kanäle stärkt, mutig Inhalte ausprobiert und nah an seiner Zielgruppe bleibt, gewinnt Vertrauen und Wirkung.
Was steckt dahinter?
Diese fünf Entwicklungen sind keine modischen Schlagworte, sondern Reaktionen auf echte Veränderungen im Markt. Unternehmen suchen jenseits der großen Plattformen neue Wege, um Menschen zu erreichen. Sie entdecken, wie wichtig ein starker Markenauftritt ist, auch wenn der Erfolg sich nicht sofort messen lässt. Fachleute aus der Branche werden zu glaubwürdigen Stimmen. Und wer eigene Newsletter, Events oder Inhalte aufbaut, macht sich unabhängiger von teuren Algorithmen. Über allem steht die Frage: Haben wir den Mut, uns zu positionieren – nicht nur für den Verkauf, sondern auch für Haltung?
Warum ist das relevant?
Weil dein Budget nunmal leider nicht endlos ist und deine Zielgruppe auch nicht auf dich wartet. Diese fünf Trends helfen dir, mit klügeren Entscheidungen mehr zu erreichen: mit geringeren Streuverlusten, mit einem klareren Profil und mit Inhalten, die wirklich etwas auslösen.
1. Underprized attention: Der Kampf um Aufmerksamkeit verlagert sich
Marketing findet längst nicht mehr dort statt, wo es am lautesten ist, sondern dort, wo Aufmerksamkeit (noch) bezahlbar ist. Die steigenden TKPs auf Plattformen wie Instagram oder Facebook treiben Unternehmen dazu, Alternativen wie Reddit, Pinterest oder WhatsApp zu prüfen. Dort ist die Reichweite nicht nur günstiger, sondern auch weniger umkämpft.
Der Trend zur "underprized attention" zeigt: Wer neue Kanäle früh besetzt, spart Budget und schafft Sichtbarkeit. Bestes Beispiel: Cupra, die frühzeitig in das Sponsoring des aufstrebenden Padel-Sports investierten – mit hoher Aufmerksamkeit bei geringen Kosten. Auch Trivagos Engagement bei Chelsea zeigt, wie alternative Platzierungen über Trainingskleidung zu Dauerpräsenz in Social Media führen können. Mit einem Bruchteil der klassischen Sponsoringkosten wurde ein Vielfaches an Sichtbarkeit erzielt.
Marketer müssen 2025 noch kreativer werden, wenn es um die Frage geht: Wo erreiche ich meine Zielgruppe effektiv, aber mit kleinem Budget? Die Antwort liegt nicht mehr nur im Mediaplan, sondern im Mut zur Nische.

2. Balance zwischen Performance und Brand Marketing
Jahrelang dominierte Performance Marketing die Mediapläne. Doch die großen Player wie Adidas und Motel One haben den Schwenk zurück zur Marke eingeleitet. Denn: Wer im Upper Funnel keine Präsenz zeigt, kann im Lower Funnel nur schwer punkten. Branding schafft Vertrauen, Orientierung und langfristige Kundenbindung, auch wenn es schwerer zu messen ist.
Gerade in datengetriebenen Zeiten neigen Unternehmen dazu, nur das zu optimieren, was sie messen können. Doch: Click-through-Rates und Conversion Rates sind nur die Spitze des Eisbergs. Eine starke Marke beeinflusst ungestützte Werbeerinnerung, Preisbereitschaft und Kundenloyalität und diese Effekte zeigen sich selten sofort.
Adidas hat diese Erfahrung gemacht: Ein Übergewicht auf kurzfristige Performance-Kampagnen brachte nicht den erhofften Umsatzschub. Erst der gezielte Fokus auf Marke, Storytelling und emotionale Relevanz führte zu nachhaltigem Wachstum. Wer also im Sales Funnel überzeugen will, muss ihn nicht nur von unten befeuern: Markenliebe schlägt Kaufvernunft.

3. B2B wird sozialer
Social Media und Influencer Marketing sind im B2C Alltag. Jetzt entdeckt auch das B2B-Marketing ihre Wirkung: 75 Prozent der B2B-Unternehmen nutzen heute bereits Influencer – meist nicht Promis, sondern glaubwürdige Nischen-Köpfe mit Fachexpertise. LinkedIn spielt dabei eine zentrale Rolle, aber auch Plattformen wie X oder YouTube gewinnen an Relevanz.
Warum das so gut funktioniert? Weil Entscheider im B2B auf vertrauensvolle Empfehlungen angewiesen sind. Branchen-Influencer genießen Autorität, sprechen die Sprache ihrer Zielgruppe und agieren auf Augenhöhe. Das macht sie zu glaubwürdigeren Vermittlern als klassische Werbung.
Die Vorteile reichen von Leadgenerierung über Contentproduktion bis hin zur Markenbildung. Ob Webinar mit Expert:innen, Co-Creation von Whitepapern oder authentische Erfahrungsberichte, die Formate sind vielseitig. Wichtig ist: Substanz statt Selbstdarstellung. Erfolgreiche B2B-Influencer-Kampagnen setzen auf Relevanz, Dialog und eine klare strategische Einbindung.

4. Taking back ownership – weniger Abhängigkeit von Plattformen
Der steigende Einfluss von Algorithmen, wachsende Werbekosten und Phänomene wie Zero-Click-Searches machen deutlich: Wer Kundenbindung will, muss auf eigene Kanäle setzen. Newsletter, Content Hubs, (Online-)Events oder Webinare bieten mehr Kontrolle, bessere Datenqualität und eine direktere Verbindung zur Zielgruppe.
Die Abhängigkeit von Facebook, Google und Co. bedeutet nicht nur Kontrollverlust, sondern auch steigende Kosten bei sinkender Effektivität. Wer etwa mit SEO investiert, aber bei Google keine Klicks mehr bekommt, weil die Antwort schon im Snippet steht, hat Geld verloren.
Die Antwort: „Taking back ownership". Statt Traffic nur einzukaufen, gilt es, eigene Plattformen zu pflegen. Owned Media ermöglicht nicht nur First-Party-Daten und langfristige Beziehungen, sondern auch eine nachhaltigere Budgetsteuerung. Wer weiß, wie man Content personalisiert und als Dialogangebot versteht, ist klar im Vorteil.

5. Mut ist der neue KPI
Marketer brauchen mehr Mut, mehr Haltung – nicht nur in gesellschaftlichen Fragen, sondern auch im Tagesgeschäft. Wer an alten Formaten festhält, verliert. Wer Dinge mutig infrage stellt, gewinnt. Das betrifft nicht nur Employer Branding (die Fachkräfte suchen meist nach Organisationen mit Mut und Sinnstiftung), sondern auch die Wahl der Medien, Inhalte und Zielgruppen.
Gerade in gesättigten Märkten ist Mut zum Differenzierungsmerkmal geworden. Ob Edeka oder Würth (vor der Bundestagswahl) mit seiner klaren Positionierung gegen Rassismus oder das pinke DFB-Trikot: Haltung wird sichtbar, Haltung wird diskutiert, Haltung wird geteilt. Und: Haltung wirkt.
Auch in der Leadgenerierung zeigt sich der Mut-Trend. Die Social-Kampagne „Ich bin schön“ für die Audi BKK verzichtete bewusst auf Vorteile, Rabatte oder Produktfeatures und erzielte dennoch überdurchschnittliche Conversions. Emotionalität funktioniert, wenn sie authentisch ist. Die Frage ist: Trauen wir uns das?

Fazit
Marketing 2025 wird weniger planbar, aber gezielter. Wer neue Kanäle testet, Marke und Performance intelligent verzahnt, auf Relevanz statt Reichweite setzt und eigene Plattformen stärkt, gewinnt. Der Rest ist Mut.
Als Markenstrategie-Agentur wissen wir: Eine durchdachte Markenstrategie ist das Fundament jeder erfolgreichen Kommunikation – sie schafft Klarheit, Orientierung und Vertrauen.
Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis für 2025: Es geht nicht mehr um schneller, höher, weiter. Sondern um smarter, menschlicher, relevanter. Wer sich das zu Herzen nimmt, braucht keine Angst vor der Zukunft und vor KI zu haben.
Alle fünf Trends direkt von unserem Experten
Passend zu diesem Blogbeitrag hat Martin Menkhaus ein Webinar zu den Marketingtrends 2025 aufgenommen. Darin erklärt er alle fünf Trends ausführlich, zeigt Praxisbeispiele und gibt klare Tipps, worauf du jetzt achten solltest.
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