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Alt-Tags mit KI

Alt-Texte automatisch erstellen: Wie die LEG Bilder auf ihrer Website mit KI zugänglicher macht

Ein einzelner Alt-Text ist schnell geschrieben. Bei Tausenden Bildern auf einer Website wird daraus eine dauerhafte redaktionelle Aufgabe. Für die LEG haben wir deshalb eine KI-basierte Lösung entwickelt, die Bildinhalte analysiert und automatisch aussagekräftige Alternativtexte erstellt. Die Qualität wurde zunächst anhand eines deutlich kleineren Testbestands geprüft. Anschließend wurden rund 1.000 Bilder umgesetzt, um die Kosten für den Einsatz auf größeren Bildbeständen zu prüfen.

Illustration showing a globe, images of buildings, and a network diagram, symbolizing global data processing and image analysis.
Autor

Christoph Jochheim
Senior Consultant | Digital Products

Veröffentlichung

06. Oktober 2026

Lesedauer

ca. 7 min

Ein Alt-Text ist schnell geschrieben. Tausend sind ein Prozess.

Auf der Website der LEG kommen zahlreiche Bilder in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Dazu zählen Bilder von Wohnungen und Gebäuden ebenso wie Bilder in weiteren Bereichen der Website. Immobilienfotos zeigen etwa, wie Räume geschnitten sind, wie hell eine Wohnung wirkt, welche Ausstattung vorhanden ist oder welchen Eindruck Balkon, Fassade und Wohnumfeld vermitteln.

Menschen, die Bilder nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmen können, benötigen die darin vermittelten Informationen in Textform. Alt-Texte machen die wesentlichen Bildinhalte für Screenreader zugänglich und sorgen dafür, dass wichtige Informationen nicht ausschließlich visuell vermittelt werden. Das W3C empfiehlt für informative Bilder Textalternativen, die die wesentliche Aussage des Bildes wiedergeben. Entscheidend ist dabei nicht nur, was auf einem Bild zu sehen ist, sondern welche Information das Bild im jeweiligen Kontext vermittelt.

Bei wenigen Bildern lassen sich solche Beschreibungen manuell ergänzen. Bei umfangreichen und regelmäßig wachsenden Bildbeständen steigt der Aufwand jedoch schnell:

Digitale Barrierefreiheit wird damit nicht nur zu einer inhaltlichen, sondern auch zu einer prozessualen Herausforderung.

Gute Alt-Texte beschreiben nicht jedes Detail

Auf der Website der LEG kommen zahlreiche Bilder in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Dazu zählen Bilder von Wohnungen und Gebäuden ebenso wie Bilder in weiteren Bereichen der Website. Immobilienfotos zeigen etwa, wie Räume geschnitten sind, wie hell Ein guter Alt-Text ist weder eine Aufzählung aller sichtbaren Gegenstände noch ein mit Suchbegriffen gefüllter Beschreibungstext. Er vermittelt kompakt, was für das Verständnis des Bildes wichtig ist.

Statt einer allgemeinen Formulierung wie „Innenraum einer Wohnung“ kann eine aussagekräftige Beschreibung beispielsweise lauten: 
Heller Wohnraum mit Parkettboden und großer Fensterfront.

Bei einem anderen Bild könnte der relevante Inhalt so beschrieben werden:
Gefliestes Badezimmer mit Dusche und Fenster.

Welche Merkmale genannt werden sollten, hängt vom jeweiligen Motiv und seinem Seitenkontext ab. Bei Immobilienbildern können unter anderem Raumart, Ausstattung, Lichtverhältnisse, Bodenbeläge, Fenster, Balkon oder sichtbare Besonderheiten relevant sein. Für Bilder in anderen Bereichen der Website gilt dasselbe Grundprinzip: Entscheidend ist die Information, die das Bild im jeweiligen Kontext vermittelt. Genau diese Einordnung muss bei großen und vielfältigen Bildbeständen zuverlässig und wiederholbar funktionieren.

Die Lösung: KI analysiert Bildinhalte und formuliert Alt-Texte

Im Rahmen der Weiterentwicklung der digitalen Barrierefreiheit haben wir für die LEG eine KI-basierte Anwendung zur automatisierten Erstellung von Alt-Texten konzipiert und umgesetzt. Die Anwendung analysiert die sichtbaren Inhalte eines Bildes und generiert daraus eine kompakte, verständliche Beschreibung. Aus einem visuellen Inhalt entsteht so ein maschinenlesbarer Text, der als Alt-Text am Bild hinterlegt werden kann. Die Lösung ist nicht auf Immobilienbilder beschränkt, sondern kann Bilder aus allen Bereichen der Website verarbeiten.

Der entscheidende Vorteil liegt nicht allein in der Erstellung eines einzelnen Textes. Der eigentliche Hebel entsteht durch den automatisierten Prozess: Auch große Bildmengen können nach einheitlichen Prinzipien bearbeitet werden, ohne dass jedes Bild vollständig manuell beschrieben werden muss.

Damit wird aus einer wiederkehrenden redaktionellen Einzelaufgabe ein skalierbarer Workflow.

Qualität und Kosten in getrennten Schritten prüfen

Bevor eine KI-Lösung auf einen umfangreichen Bildbestand angewendet wird, muss die Qualität der Ergebnisse anhand konkreter Beispiele geprüft werden. Für die LEG wurde dafür ein deutlich kleinerer Testbestand verwendet. Dieser Qualitätstest beantwortete dieselben zentralen Fragen, die auch für einen größeren Bestand relevant sind:

Anschließend wurden 1000 weitere Bilder verarbeitet, um die zu erwartenden Kosten bei einer Skalierung auf größere Bildbestände zu ermitteln. Auf dieser Grundlage wurde der Prozess für den weiteren Einsatz vorbereitet.

Illustration of stacked photo cards of modern interiors, a globe, and a graphic symbolizing AI technology, set against a soft pink background.

Bestehende und neue Bilder, die barrierefrei zugänglich sein sollten, berücksichtigen

Die Lösung ist für zwei zentrale Anwendungsfälle ausgelegt.

Zum einen können bereits vorhandene Bilder aus den relevanten Bereichen der Website - in diesem Fall  nachträglich mit Alt-Texten ergänzt werden. Das ist besonders relevant, wenn über Jahre große Bildbestände entstanden sind, bei denen Alternativtexte fehlen oder uneinheitlich gepflegt wurden.

Zum anderen ist die Lösung auch auf neue Bilder ausgelegt. Bei neu importierten, professionell mit Bildmaterial gestalteten Wohnungsangeboten können Alt-Texte direkt in den laufenden Importprozess eingebunden werden. Auch neue Bilder in anderen Bereichen der Website lassen sich mit der Anwendung automatisiert verarbeiten.

So wird digitale Barrierefreiheit dauerhaft in die Content-Pflege der gesamten Website integriert. Neue Bildbestände erzeugen nicht automatisch neue redaktionelle Rückstände.

Was die LEG durch den automatisierten Prozess gewinnt

Die KI-basierte Erstellung von Alt-Texten unterstützt nicht nur die digitale Zugänglichkeit.

Skalierbare Barrierefreiheit

Auch umfangreiche und kontinuierlich wachsende Bildbestände können systematisch bearbeitet werden. Der Aufwand steigt nicht mehr im gleichen Verhältnis zur Anzahl der Bilder.

Einheitlichere Datenqualität

Automatisch generierte Beschreibungen folgen einem konsistenteren Prinzip als frei formulierte Einzeltexte. Dadurch entsteht eine einheitliche Datenqualität.

Entlastung der Teams

Redaktions- und Vermietungsteams müssen nicht jedes Bild von Grund auf beschreiben. Manuelle Arbeit kann gezielter dort eingesetzt werden, wo eine individuelle Einordnung erforderlich ist.

Bessere Zukunftsfähigkeit

Die Lösung ist nicht auf die ersten rund 1.000 Bilder begrenzt. Sie wurde so konzipiert, dass weitere bestehende und neue Bilder in den relevanten Bereichen der Website sukzessive berücksichtigt werden können.

Bessere maschinelle Verständlichkeit

Alt-Texte unterstützen nicht nur Screenreader. Auch Suchmaschinen nutzen sie zusammen mit dem Seitenkontext und Verfahren zur Bilderkennung, um den Inhalt eines Bildes besser einzuordnen. Dabei sollten die Texte immer für Menschen geschrieben und nicht künstlich mit Keywords gefüllt werden.

Barrierefreiheit zuerst, SEO als zusätzlicher Vorteil

Alt-Texte sollten in erster Linie relevante visuelle Informationen zugänglich machen. Suchmaschinenoptimierung ist dabei ein zusätzlicher Effekt, nicht der Ausgangspunkt.

Aussagekräftige Alternativtexte helfen dabei, Bilder technisch besser einzuordnen. Gleichzeitig verbessern sie die Qualität und Vollständigkeit der Inhalte. Generische Texte wie „Bild“, Dateinamen wie „IMG_3487“ oder reine Keyword-Aufzählungen bringen dagegen weder Nutzer noch Suchmaschinen einen echten Mehrwert.

Die beste Beschreibung ist deshalb kurz, konkret und auf den Bildkontext abgestimmt.

KI entfaltet ihren Nutzen im Prozess

KI-Anwendungen müssen nicht immer als Chatbot oder spektakuläres neues Produkt sichtbar werden. Häufig liegt ihr größter Nutzen in wiederkehrenden Aufgaben, die einzeln überschaubar wirken, bei großen Mengen aber erhebliche Kapazitäten binden. Die automatisierte Erstellung von Alt-Texten ist dafür ein gutes Beispiel. Die KI übernimmt eine klar definierte, volumengetriebene Aufgabe. Der gezielte Qualitätstest schafft die Grundlage für belastbare Ergebnisse. Die Umsetzung der ersten rund 1.000 Bilder ermöglicht es, die Kosten unter realistischen Bedingungen zu prüfen. Die technische Integration sorgt dafür, dass der Prozess mit dem Bildbestand der gesamten Website wachsen kann.

So wird KI vom Experiment zu einem Werkzeug, das Barrierefreiheit im laufenden Betrieb unterstützt.

Fazit: Digitale Barrierefreiheit braucht skalierbare Prozesse

Alt-Texte sind ein wichtiger Baustein digitaler Barrierefreiheit. Bei großen Bildbeständen reicht es jedoch nicht aus, auf die manuelle Pflege einzelner Inhalte zu setzen. Die für die LEG entwickelte Lösung zeigt, wie sich KI gezielt einsetzen lässt: Bildinhalte aus den relevanten Bereichen der Website werden automatisiert analysiert, aussagekräftige Beschreibungen generiert und bestehende sowie zukünftige Bestände systematisch berücksichtigt. Durch Testbestände wurden Qualität und Kosten vorab geprüft. Auf dieser Grundlage ist der Prozess für eine weitere Skalierung vorbereitet. Die LEG profitiert von einer einheitlicheren Datenqualität, effizienteren Abläufen und einer spürbaren Entlastung der beteiligten Teams.

Der wichtigste Effekt: Barrierefreiheit wird nicht nachträglich ergänzt, sondern dauerhaft in den Content-Prozess integriert.

Große Bildbestände barrierefreier pflegen

Du verwaltest eine Website, ein Portal oder eine digitale Plattform mit vielen Bildern? Wir entwickeln KI-basierte Workflows, die wiederkehrende Aufgaben automatisieren und sich in bestehende Prozesse integrieren lassen.

KI-Anwendungsfall besprechen
Nachdenklicher Mann mit kurzem, grauem Haar, der in einem schwarzen Poloshirt auf orangefarbenem Hintergrund zeigt.

FAQs zur automatisierten Erstellung von Alt-Texten

Was ist ein Alt-Text?

Ein Alt-Text, auch Alternativtext genannt, gibt die wesentliche Information eines Bildes in Textform wieder. Er kann von Screenreadern ausgegeben werden und hilft Menschen, die ein Bild nicht oder nur eingeschränkt wahrnehmen können.

Benötigt jedes Bild eine ausführliche Beschreibung?

Nein. Informative Bilder benötigen eine passende Textalternative. Rein dekorative Bilder sollten so ausgezeichnet werden, dass Screenreader sie überspringen können. Entscheidend ist immer die Funktion des Bildes im jeweiligen Seitenkontext.

Kann KI Alt-Texte vollständig automatisch erstellen?

KI kann Bildinhalte analysieren und daraus automatisiert passende Beschreibungen generieren. Vor dem Einsatz auf großen Bildbeständen sollten die Ergebnisse anhand eines gezielt ausgewählten Testbestands validiert und klare Qualitätsanforderungen definiert werden.

Warum wurden zunächst rund 1.000 Bilder umgesetzt?

Die rund 1.000 Bilder dienten dazu, die tatsächlichen Kosten bei der Verarbeitung einer größeren Bildmenge zu prüfen. Die Qualität der Alt-Texte war zuvor anhand eines deutlich kleineren Testbestands bewertet worden, der dieselben zentralen Qualitätsfragen beantwortete.

Sind automatisch generierte Alt-Texte immer gleich aufgebaut?

Die Formulierungen sollten einem konsistenten Grundprinzip folgen, gleichzeitig aber den individuellen Bildinhalt berücksichtigen. Ein Wohnraum benötigt eine andere Beschreibung als eine Außenansicht, eine Grafik oder ein redaktionelles Motiv.

Verbessern Alt-Texte die Suchmaschinenoptimierung?

Aussagekräftige Alt-Texte helfen Suchmaschinen, Bildinhalte besser zu verstehen. Sie sollten jedoch nicht für Keyword-Aufzählungen verwendet werden. Im Vordergrund stehen Zugänglichkeit, Verständlichkeit und der tatsächliche Inhalt des Bildes.

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