Felix Landwehr
SEO Manager
25. Juni 2026
12 min
Aus dem Keyword „CRM Software“ wird in einem KI-System schnell die Frage „Welches CRM eignet sich für ein kleines B2B-Vertriebsteam mit wenig technischem Aufwand?“. Aus „SEO Agentur“ wird „Welche Agentur hilft Unternehmen, in ChatGPT und AI Overviews sichtbar zu werden?“. Nutzer tippen keine Stichwörter mehr, sie formulieren Probleme, vergleichen Lösungen und bitten um Empfehlungen. Wer hier sichtbar sein will, muss verstehen, in welchen Antwortsituationen die eigene Marke auftauchen sollte. Prompt-Recherche liefert genau diese Grundlage.
Auf einen Blick
Was ist Prompt-Recherche?
Prompt-Recherche ist die systematische Analyse der Fragen, Aufgaben und Entscheidungssituationen, die Nutzer an KI-Systeme richten. Dabei geht es nicht darum, einzelne Prompts wortgleich in Texte zu packen. Entscheidend ist die Suchintention dahinter: Was will die Person wirklich wissen, und in welcher Situation fragt sie?
Fragen, die eine Prompt-Recherche beantwortet
Prompt-Recherche ist damit keine Alternative zu SEO, sondern eine Erweiterung der Recherchelogik für eine Suchwelt, in der Antworten zunehmend generiert statt nur verlinkt werden.
Keyword-Recherche reicht nicht mehr: Was Prompts zeigen
Keyword-Recherche und Prompt-Recherche schließen sich nicht aus, sie greifen ineinander. Die eine zeigt, welche Begriffe gesucht werden, die andere, in welchen Situationen Nutzer fragen. Erst wer beide Ebenen versteht, erkennt, wo Sichtbarkeit in KI-Systemen entsteht.
Vom Keyword zum Prompt
Keyword-Recherche bleibt wertvoll. Sie liefert Suchvolumen, Varianten und erste Hinweise auf die Suchintention. Aber KI-Systeme verändern, wie Menschen fragen. In klassischen Suchmaschinen tippen Nutzer kurz und fragmentiert: „CRM Software“, „SEO Agentur“, „llms.txt“. In ChatGPT oder Perplexity formulieren dieselben Personen vollständige Fragen: „Welches CRM eignet sich für ein kleines Vertriebsteam?“, „Welche SEO-Agentur kennt sich mit KI-Sichtbarkeit aus?“, „Braucht meine Website eine llms.txt?“.
Der Unterschied ist entscheidend: Ein Keyword zeigt das Thema. Ein Prompt zeigt Kontext, Ziel und die erwartete Antwortform. Wer nur Keywords betrachtet, erkennt oft nicht, bei welchen konkreten Fragen, Vergleichen und Empfehlungen Sichtbarkeit entstehen soll.
Was das für deine Sichtbarkeit heißt
KI-Systeme erzeugen Antworten, statt nur Links aufzulisten. Damit verschiebt sich die Sichtbarkeitslogik, und du musst wissen:
- Bei welchen Fragen wird unsere Marke genannt, bei welchen die Wettbewerber?
- Welche Quellen nutzt das System, und welche Themen verbindet es mit uns?
- Welche Inhalte fehlen, damit wir als relevante Quelle verstanden werden?
Prompt-Recherche ist deshalb der strategische Startpunkt für KI-Sichtbarkeit. Sie zeigt, wo Sichtbarkeit überhaupt relevant ist, bevor du Inhalte produzierst, Technik priorisierst oder Entity-Signale aufbaust. Ohne sie optimierst du ins Blaue: Du erstellst Inhalte, ohne zu wissen, ob sie zu den Fragen passen, die deine Zielgruppe in KI-Systemen tatsächlich stellt.

5 Prompt-Typen, die für deine Sichtbarkeit zählen
Hinter jedem Prompt steckt eine andere Absicht: Mal will jemand ein Thema verstehen, mal verschiedene Lösungen vergleichen, mal eine konkrete Entscheidung treffen. Genau diese Absicht entscheidet, wie wertvoll ein Prompt für dich ist, denn ein reiner Informationsprompt zahlt anders auf dein Geschäft ein als eine Anbieterfrage kurz vor dem Abschluss. Die folgenden fünf Typen decken die Bandbreite ab, von der ersten Orientierung bis zur fertigen Kaufabsicht. Wer sie auseinanderhält, erkennt schneller, bei welchen Fragen sich Sichtbarkeit wirklich lohnt.
Informationsprompts
Sie zielen auf Erklärung und Verständnis, etwa „Was ist Prompt-Recherche?“, „Wie funktionieren AI Overviews?“ oder „Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?“. Solche Prompts eignen sich für Ratgeber, Glossare und FAQ-Bereiche.
Problemprompts
Sie beschreiben eine konkrete Hürde: „Warum wird meine Marke nicht in ChatGPT genannt?“ oder „Warum zitiert Perplexity meine Wettbewerber, aber nicht mich?“. Diese Prompts sind wertvoll, weil sie echten Beratungsbedarf offenlegen.
Vergleichsprompts
Sie treten in Entscheidungsphasen auf, zum Beispiel „SEO vs. GEO: Was ist wichtiger?“ oder „Perplexity oder Google AI Overviews: Wo sollte mein Unternehmen sichtbar sein?“. Hier erwarten Nutzer klare Gegenüberstellungen und Kriterien.
Empfehlungs- und Anbieterprompts
Sie sind besonders nah an der Conversion: „Welche Agentur hilft bei KI-Sichtbarkeit?“ oder „Beste Agentur für Generative Engine Optimization in Deutschland“. Diese Prompts beeinflussen, welche Anbieter überhaupt in Betracht gezogen werden.
Umsetzungs- und Strategieprompts
Sie zielen auf konkrete Maßnahmen: „Wie optimiere ich meine Website für ChatGPT?“, „Wie erstelle ich eine Grounding Page?“, „Braucht meine Website eine llms.txt?“. Diese Prompts verbinden die Recherche direkt mit Content, Technik und Entity SEO.
Prompt-Recherche in 7 Schritten

Die Prompt-Typen liefern das Raster, jetzt kommt die Methode dazu. Einzelne Tests in ChatGPT oder Perplexity sind nur ein Anfang und liefern keine belastbare Grundlage. Verlässlich wird die Recherche erst, wenn sie einem festen Ablauf folgt: diesen sieben Schritten.
Schritt 1: Zielgruppen und Entscheidungssituationen definieren
Am Anfang steht die Frage: Für wen wollen wir sichtbar sein? Eine Geschäftsführung fragt anders als ein SEO-Team, ein Marketing-Lead anders als ein technischer Website-Verantwortlicher. Sortiere Prompts deshalb nach Zielgruppe und Entscheidungsphase:
- Awareness: Nutzer wollen ein Thema verstehen.
- Consideration: Nutzer vergleichen Lösungswege.
- Decision: Nutzer suchen Anbieter, Tools oder konkrete Empfehlungen.
- Implementation: Nutzer wollen Maßnahmen umsetzen.
So wird klar, welcher Prompt-Typ für wen relevant ist.
Schritt 2: Keywords als Ausgangspunkt nutzen
Die Keyword-Recherche bleibt der Startpunkt. Aus „KI-Sichtbarkeit“ lassen sich Prompts ableiten wie „Was bedeutet KI-Sichtbarkeit für Unternehmen?“, „Wie verbessert man sie?“ oder „Wie misst man sie?“. So wird aus einem Keyword ein Set konkreter Nutzungssituationen.
Achte beim Ableiten auf Konkretheit, denn nur konkrete Prompts liefern verwertbare Antworten. „Erzähl mir etwas über Marketing“ bringt nichts, „Welche Maßnahmen helfen einem mittelständischen B2B-Unternehmen, in ChatGPT und Google AI Overviews sichtbarer zu werden?“ dagegen schon. Ein guter Analyse-Prompt nennt ein Thema, eine Zielgruppe, einen Kontext und eine klare Erwartung. Je konkreter er ist, desto besser erkennst du, welche Quellen, Marken und Inhalte in der Antwort eine Rolle spielen.
Schritt 3: Echte Kundenfragen sammeln
Die besten Prompts entstehen aus echten Gesprächen. Sales, Beratung, Support und Workshops liefern Formulierungen, die nah an der Zielgruppe sind, ebenso Erstgespräche, Briefings, Webinar-Kommentare oder Fragen aus LinkedIn und Communities. Diese Quellen zeigen, wie Menschen tatsächlich denken und formulieren.
Schritt 4: Prompts in mehreren KI-Systemen testen
Teste einen Prompt nie nur in einem System. ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews nennen unterschiedliche Antworten, Quellen und Marken. Dokumentiere dabei, ob die eigene Marke genannt wird, welche Wettbewerber erscheinen, welche Quellen zitiert werden und welche Fragen unbeantwortet bleiben. Wichtig: Einzelne Tests sind Momentaufnahmen, KI-Antworten variieren. Prüfe deshalb mehrfach und systematisch.
Schritt 5: Prompt-Cluster bilden
Ein häufiger Fehler ist, Prompts isoliert zu betrachten. In der Praxis gibt es viele Varianten derselben Suchintention. Aus „Wie verbessere ich KI-Sichtbarkeit?“ werden „Wie werde ich in ChatGPT genannt?“, „Wie tauche ich in Perplexity auf?“, „Welche Maßnahmen helfen bei GEO?“. Führe solche Varianten zu Clustern zusammen, dann entsteht ein realistisches Bild der relevanten Themenfelder.
Schritt 6: Ergebnisse bewerten und priorisieren
Nicht jeder Prompt ist gleich wichtig. Bewerte sie deshalb nach klaren Kriterien:
So entsteht eine priorisierte Prompt-Liste, die später Content, Entity SEO und Monitoring steuert.
Schritt 7: Maßnahmen ableiten
Prompt-Recherche wird erst wertvoll, wenn daraus konkrete Schritte entstehen, etwa neue Ratgeber, FAQ-Abschnitte, Vergleichsseiten, eine bessere interne Verlinkung auf zentrale Leistungen wie GEO Agentur oder ein Prompt-Set fürs Monitoring.
Häufige Fehler bei der Prompt-Recherche
Du kennst jetzt den sauberen Prozess. In der Praxis schleichen sich trotzdem typische Fallen ein, von zu wenigen Prompts bis zur isolierten Analyse. Welche das sind und wie du sie vermeidest, liest du in unserem Beitrag zu den häufigsten Fehlern bei der Prompt-Recherche.

Vom Prompt zur Maßnahme: Content, Entity SEO, Technik, Monitoring
Die Recherche zeigt dir, welche Fragen zählen. Den eigentlichen Hebel ziehst du erst danach, wenn du daraus Maßnahmen ableitest. Vier Disziplinen entscheiden, ob deine Inhalte in den KI-Antworten ankommen: Content, Entity SEO, Technik und Monitoring. Keine davon wirkt allein, erst ihr Zusammenspiel macht den Unterschied.
Content Strategie
Ein Prompt-Cluster zeigt oft, dass Nutzer immer wieder nach denselben Dingen fragen: Definitionen, konkreten Maßnahmen, Beispielen, Vergleichen oder Checklisten. Daraus entsteht eine bessere Content Strategie, weil Inhalte nicht mehr nur auf ein Keyword, sondern auf echte Antwortsituationen ausgerichtet werden. Nicht jeder Prompt braucht dabei eine eigene Seite: Für große Themen lohnt ein Evergreen, spezifische Fragen vertiefst du über Satellitenbeiträge.
Entity SEO
Prompt-Recherche zeigt auch, wie KI-Systeme deine Marke einordnen. Taucht sie bei relevanten Prompts nicht auf, ist sie im Web oft noch nicht eindeutig genug mit dem Thema verbunden. Dann lohnt der Blick darauf, ob Leistungen klar beschrieben, Unternehmensdaten und Autorenprofile konsistent und externe Quellen vorhanden sind. Ein wirksames Mittel, das Entitätsbild zu schärfen, ist eine Grounding Page, die zentrale Informationen für LLMs bündelt.
Technische Grundlagen
Selbst die beste Recherche bringt wenig, wenn passende Inhalte technisch nicht zugänglich sind. Sind Seiten nicht crawlbar, schlecht intern verlinkt oder unklar strukturiert, können Suchmaschinen und KI-Systeme sie schlechter verarbeiten. Prüfe deshalb nach der Recherche technische Grundlagen wie Indexierbarkeit, Seitenstruktur, interne Verlinkung und strukturierte Daten. Auch eine llms.txt kann ergänzend helfen, wichtige Inhalte für KI-Systeme zu kuratieren.
Monitoring und KI-Sichtbarkeit messen
Eine Prompt-Recherche liefert nicht nur Content-Ideen, sondern auch die Basis fürs Monitoring. Wer KI-Sichtbarkeit messen will, braucht ein festes Set relevanter Prompts, das sich regelmäßig prüfen lässt: Wird die Marke genannt? Welche Wettbewerber erscheinen? Verändert sich die Antwort über die Zeit? Ohne definierte Prompts bleibt KI-Sichtbarkeit schwer greifbar, mit einem stabilen Set lässt sich die Entwicklung beobachten.

Prompt-Recherche verbindet SEO, Content und KI-Sichtbarkeit
Prompt-Recherche ist die notwendige Erweiterung der klassischen Keyword-Recherche. Keywords zeigen, welche Themen gesucht werden. Prompts zeigen, wie Nutzer in KI-Systemen fragen, vergleichen und entscheiden, und genau dort entscheidet sich Sichtbarkeit.
Für Unternehmen ist das der strategische Einstieg in eine moderne SEO- und KI-Strategie. Aus einer sauberen Recherche ergeben sich Themen für die Content Strategie, Anforderungen an die Technik, Signale für Entity SEO und ein belastbares Set fürs Monitoring. Wer Prompt-Recherche systematisch betreibt, optimiert nicht ins Blaue, sondern versteht, wo Sichtbarkeit entstehen kann und welche Maßnahmen dafür nötig sind.
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